„Kürzen nicht mit uns!“ 

ver.di-Vernetzung gegen soziale Angriffe in Nordhessen gegründet 

Bereits im letzten Jahr gab es in den Bereichen Bildung und Soziale Arbeit in Kassel etliche größere Proteste gegen Kürzungen. Bei den Aktiven kam die Idee auf, diese Proteste miteinander zu verknüpfen und den politischen Hintergrund, vor dem diese Angriffe stattfinden, besser zu beleuchten. 

von Sebastian Förster, Kassel

Während die öffentliche Daseinsvorsorge kaputtgespart wird und weitere Angriffe auf soziale Errungenschaften drohen, haben die Milliardär*innen in Deutschland so viel Reichtum wie noch nie angehäuft. Milliarden Euro werden zudem für Rüstung ausgegeben, was auch besonders in der „Rüstungshochburg“ Kassel spürbar ist.

Auf Initiative von drei ver.di-Betriebsgruppen (aus dem Bereich Soziale Arbeit und der Uni Kassel) hat sich in Nordhessen eine Vernetzung von Vertrauensleuten und ver.di-Aktiven gegründet, die diese Themen in den Mittelpunkt gewerkschaftlicher Aktivitäten rücken will. Dieses Netzwerk wird mittlerweile auch von der ver.di-Jugend und dem ver.di-Fachbereich C (Gesundheit, Soziale Dienste, Bildung und Wissenschaft) Nordhessen sowie GEW-, einzelnen IG‑Metall‑ und Die Linke-Mitgliedern unterstützt. Die monatlichen Treffen sind gut besucht.

Die Kolleg*innen wünschen sich eine kämpferischere Gewerkschaftspolitik vor dem Hintergrund drohender historischer Angriffe wie Kürzungen bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Einschränkung des Rechts auf Teilzeit und der Abschaffung des Acht-Stunden-Tages.

Gemeinsame Initiativen

Auf zwei überbetrieblichen Mitgliederversammlungen in Stadt und Landkreis Kassel haben Unterstützer*innen von „Kürzen nicht mit uns“ bereits Anträge dazu eingebracht. Die Anträge mit der Forderung nach einer systematischen Kampagne von ver.di und DGB, bis hin zu politischen Streiks, wurden einstimmig angenommen und werden nun in den nächsthöheren Gremien weiterdiskutiert.

Zudem fordern wir mit anderen kritischen Gewerkschafter*innen eine Konferenz des DGB Nordhessens zur Frage von Aufrüstung und Militarisierung. Weitere Pläne der Vernetzung sind eine gemeinsame Intervention bei der 1.-Mai-Demonstration des DGB sowie eigene Social-Media-Arbeit.