Klassenkampf aktuell

IG Metall
Frank Vincentz, Witten, CC BY-SA 3.0

Aktuelle Meldungen zu Klassenkämpfen in Deutschland aus der März-Ausgabe der Solidarität

Mercedes-Benz

Wie zu erwarten war, dient der schlechte Abschluss bei VW als Blaupause für andere Unternehmen. So hat der Gesamtbetriebsrat nun bei Mercedes-Benz einem weitreichenden Sparprogramm zugestimmt, vermeintlich zur Sicherung von Arbeitsplätzen. Die Maßnahmen laufen aber auf weniger Arbeitsplätze bei gleichzeitig schlechterer Bezahlung sowie Steigerung der Produktivität hinaus. Bis 2027 wollen die Konzernbosse die Produktions- und Fixkosten um zehn Prozent reduzieren. Insgesamt möchte der Stuttgarter Autobauer seine Aufwendungen in den nächsten zwei Jahren um jährlich fünf Milliarden Euro senken.

Panzer statt Waggons

Noch in diesem Jahr wird der deutsch-französische Rüstungsriese Krauss-Maffei-Wegmann Nexter Defence Systems (KNDS) das ehemalige Waggonwerk in Görlitz von Alstom übernehmen. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatten die Umwandlung des Werks Anfang Februar der Belegschaft gemeinsam verkündet. Trotz eines Vertrags mit der zuständigen Industriegewerkschaft Metall (IG Metall), in dem die Kolleg*innen in der Vergangenheit auf Urlaub verzichtet hatten, drohte der Betreiber Alstom mit dem Ende des Werkes. Auch KNDS garantiert nur 580 der 700 Kolleg*innen eine Zukunft am Standort.  

Stadler droht

Der Schweizer Waggon-Bauer von S- und U-Bahnen Stadler droht trotz guter Auftragslage mit Arbeitsplatzabbau und Teilschließungen und will damit Zustimmung zu Lohnverzicht und „Anpassungen“ bei den Arbeitszeiten von der IG Metall erzwingen. In Berlin-Pankow fand Ende Februar ein erster Protest von 1200 Beschäftigten statt. Leider ist zu erwarten, dass die IG Metall sich wie in anderen Fällen auf Verzicht einlässt. Doch alle Erfahrung zeigt, dass dies auf Dauer keine Arbeitsplätze sichert.