Generation “KI’ne Arbeit”?

Widerstand gegen Jugendarbeitslosigkeit nötig

Immer häufiger kommt es vor, dass junge Menschen nach ihrem Studium keine Arbeit finden, obwohl sie qualifiziert wären. Dabei werden Gründe wie „fehlende Berufserfahrung“ genannt. Ein weiterer Faktor, der häufig im Zusammenhang erwähnt wird, ist das Ersetzen von Arbeiter*innen durch KI. 

von Allen L. Schneider, Lemgo

Seit Jahren steigt die Arbeitslosenrate von jungen Menschen mit Uni-Abschlüssen. Auf Jobmessen wird oft geraten, die eigenen Portfolios oder Bewerbungen anzupassen. Doch Arbeitsplätze werden in einer Volkswirtschaft, je nach Konjunkturverlauf des Kapitalismus, abgebaut oder ausgeschrieben. Bei der aktuellen Krisenlage ist bei vielen Unternehmen ersteres der Fall. Selbst große Konzerne wie BMW, VW, Siemens oder BASF bauen immer mehr Arbeitsstellen ab, die kurzfristig nicht wiederkommen. Was für junge Beschäftigte der Verlust einer Zukunft mit einem gesicherten Einkommen, das zum Leben reicht, ist, ist für die Kapitalist*innen ein Weg, Profite trotz wirtschaftlicher Krise zu sichern.

Ersetzt durch KI?

Neben der allgemeinen wirtschaftlichen Krise kommt nun hinzu, dass immer mehr Unternehmen Arbeiter*innen mit KI-Anwendungen ersetzen wollen. Der Informatiker Roman Yampolskiy von der Universität Louisville behauptet sogar, 99 Prozent aller Arbeitsstellen würden ab 2030 von KI übernommen. Dabei berichten nicht wenige Unternehmen bereits von den Grenzen generativer KI, die vorhandenes Wissen nur reproduziert und dabei mitunter irrationale Fehler macht, was laut neuen Studien sogar zu einer steigenden Arbeitsbelastung führt. Es ist offen, wie weit KI in Betriebsabläufe integriert werden kann und welche Auswirkungen das letztlich haben wird. Klar ist, dass Unternehmen versuchen werden, Lohnkosten zu senken, um kurzfristig Profite zu steigern.  

Doch mit weniger Arbeiter*innen können langfristig nicht mehr Profite gemacht werden, da Profit vor allem durch die Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft entsteht. Der Kapitalismus schafft damit also die nächste Krise.

Gegen den Stellenabbau!

Gegen die steigende Jugendarbeitslosigkeit müssen Gewerkschaften, sowie die Partei Die Linke geschlossen stehen und Proteste organisieren. Konzerne, die Stellenabbau betreiben, sollten unter demokratischer Kontrolle und Verwaltung verstaatlicht werden. Um die Ursachen von Arbeitslosigkeit zu überwinden, muss eine sozialistische Demokratie errichtet werden, in welcher die Interessen der Arbeiter*innenklasse, statt die der Kapitalist*innen vertreten werden. So könnte KI auch verwendet werden, um das Leben aller zu erleichtern, statt nur die Profite einiger weniger zu sichern.