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Meldungen aus der April-Ausgabe der Solidarität

Krieg ist Luxus

Gut 11 Milliarden US-Dollar soll der Krieg gegen den Iran laut einem Bericht der Deutschen Welle (DW) bereits in den ersten fünf Tagen gekostet haben. Zur Abwehr iranischer Drohnen und Raketen verschossen israelische und US-Streitkräfte in der ersten Nacht laut BR24 800 Patriot-Abwehrraketen – Stückpreis etwa 2 Millionen US-Dollar.

Die zu Hunderten abgefeuerten iranischen Shahed-Drohnen kosten pro Exemplar fast schon sparsame 20.000 Dollar. Täglich kostet der Krieg eine weitere Milliarde Dollar. Würde Trump den Einsatz von Bodentruppen befehlen, kämen nach dem Bericht der DW 95 Milliarden Dollar in nur zwei Monaten dazu.

Um den Hunger weltweit bis 2030 zu beenden, würden laut einer Oxfam-Studie von 2024 35,7 Milliarden US-Dollar pro Jahr ausreichen. Unterdessen haben Industrieländer wie die USA und Deutschland ihre Mittel für das World Food Programme (WFP) deutlich verringert. Krieg ist der tödliche Luxus einer Handvoll Superreicher und kapitalistischer Staatschefs. 

Spritpreis-Bingo

Seitdem die Herrschenden der USA und Israels den Iran angegriffen haben, steigen in der ganzen EU die Spritpreise rasant. Deutschland ist innerhalb der EU unter den Top 3 der Länder mit den höchsten Preisen an der Zapfsäule. Laut „Frankfurter Rundschau“ kostete hier der Liter Benzin im Schnitt 2,09 Euro. Nur Dän*innen und Belgier*innen mussten mehr Geld im Tank versenken. In Frankreich (1,90 Euro), Polen (1,58 Euro) und zahlreichen weiteren Ländern war Treibstoff günstiger zu haben. 

Die Tankstellenbetreiber zeigen auf die Ölkonzerne, die die Preise in die Höhe treiben würden. Die verweisen ihrerseits auf den Krieg gegen den Iran. 

Dabei steigen die Spritpreise aktuell schneller als die Ölpreise. Laut einer Studie von Greenpeace nehmen Ölkonzerne in Deutschland seit Beginn der Krise täglich 21,1 Millionen Euro zusätzlich ein.