Interview zur Tarifrunde bei CineStar
Aktuell läuft die Tarifrunde bei den Kinoketten CineStar und UCI. Dort sind 2500 Kolleg*innen beschäftigt. Wir haben mit Wes, einem ver.di-Aktiven, gesprochen.
Wie sind die Arbeitsbedingungen bei CineStar? Wofür streikt ihr?
Unsere Arbeitsbereiche reichen vom Ticket- und Snackverkauf, der Bedienung der Popcorn-Maschinen bis zum Management der Einlasser*innen. Sei es beim Öffnen und Schließen des Hauses, der Einlasskontrolle, dem Reinigen der Säle, beim Eisverkauf oder Andrang bei Theken: Man unterschätzt, wie viel zu tun ist. Viele kommen erst um 2 Uhr morgens raus.
Für all das wird einigen nur Mindestlohn gezahlt. Viele machen den Job neben dem Studium, wir haben aber auch Vollzeitkräfte, die ihr Leben damit finanzieren müssen. Wir haben die Forderung eines Stundenlohns von 16 Euro aufgestellt. Das bisherige Angebot ist eine Frechheit: 13,95 Euro!
Wie ist die Stimmung unter den Kolleg*innen und wie war euer erster Streik?
In meinem Betrieb ist die Stimmung gerade sehr gut. Es gibt eine deutlich höhere Beteiligung und 19 Eintritte in ver.di.
Wir haben vor dem Eingang des Kinos eine Kundgebung abgehalten. Wir haben ein Megafon und Slogans entwickelt. “Zwei Eimer Popcorn, mehr als mein Stundenlohn!“ oder „Raus, raus, raus aus dem Kino!“ So kamen wir auch mit Gästen ins Gespräch, von denen manche dann nicht hineingegangen sind, um uns zu unterstützen.
Welche Schritte plant ihr, um den Kampf zu führen?
Wir führen ver.di-Mitgliederversammlungen durch, um uns über den Verlauf der Tarifrunde auszutauschen. Die große Veränderung bisher ist unsere Wendung nach außen. Die Streikposten sollen Aufmerksamkeit erzielen. Deswegen suchen wir uns gerade auch Unterstützer*innen. Wir haben das „FILMZ Festival“ und die Fachschaft Filmwissenschaft angesprochen. Ich habe eine Rede beim Streik der TVL-Beschäftigten gehalten und auf unserem Streik wurden Reden von der Linken und der Sol gehalten. Das kam sehr gut an. Wir hoffen, dass wir damit mehr Menschen erreichen können und auch ein Signal in andere Betriebe setzen, die bisher noch nicht so stark organisiert sind.