Aktuelle Meldungen aus der Juni Ausgabe der Solidarität
Mahle Neustadt: Abfindungen statt Arbeitsplatzerhalt
Die Beschäftigten von Mahle Neustadt an der Donau gingen am 26. Mai in einen unbefristeten Streik, für den 98,4 Prozent der IG-Metall-Mitglieder gestimmt hatten. Das Unternehmen mit Sitz in Stuttgart hatte angekündigt, das Werk 2027 schließen zu wollen. Die IG Metall forderte einen Sozial- oder Zukunftssicherungsvertrag und formulierte das Ziel, für den Erhalt des Standorts zu kämpfen. Nach vier Tagen Streik gab es allerdings ein Verhandlungsergebnis, in dem Abfindungen in unterschiedlicher Höhe für die Beschäftigten vereinbart wurden. Das Ergebnis der Urabstimmung zum Abschluss, für das 25 Prozent Zustimmung reichen würden, lag zu Redaktionsschluss nicht vor. Anstatt Abfindungsvereinbarungen wäre überall ein konsequenter Kampf für Arbeitsplatzerhalt nötig.
Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie
Vom 1. Juni bis 28. August läuft die Beschäftigtenbefragung der IG Metall zu den Forderungen für die Tarifrunde in der M&E-Industrie. Im Fragebogen kann man nur ankreuzen, ob die Entgeltforderung „kräftig“, „moderat“, „klein“ oder „gar keine Entgelterhöhung“ sein soll. Eine Lohnerhöhung in Euro oder Prozent anzugeben, ist nicht vorgesehen. Es bleibt also der Interpretation der Auswertenden überlassen, ob eine kräftige Erhöhung 3 oder 10 Prozent, 50 oder 500 Euro sind. In einem Artikel zur Tarifrunde im Mitgliedsmagazin „Metall“ wird betont, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen herausfordernd sind. Das deutet darauf hin, dass die IG Metall-Führung die Erwartungen ihrer Mitglieder dämpfen will. Das wäre genau das falsche Signal. Angesichts sinkender Reallöhne auch in der Metall-Industrie und der Notwendigkeit, die Tarifbewegungen auch mit dem Kampf gegen Arbeitsplatzabbau sowie die Angriffe der Bundesregierung zu verbinden, wäre es nötig, die Tarifrunde für maximale Mobilisierung von hunderttausenden IG Metaller*innen zu nutzen.