Dokumentiert: Solidaritätsstellungnahme der Linken Stuttgart Bad-Cannstatt/Mühlhausen/Münster
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
der Ortsverband DIE LINKE Bad Cannstatt-Mühlhausen-Münster erklärt sich solidarisch mit Eurem Tarifkampf für 300 Euro mehr Lohn, sowie 150 Euro mehr für Azubis. Gerade weil die Löhne im Handel mit durchschnittlich 3000 Euro Bruttoverdienst sowieso viel zu niedrig sind, während die Konzernbesitzer seit Jahren zu den reichsten Personen zählen und ihre Gewinne jährlich steigern, ist dies mehr als gerechtfertigt. Es ist höchste Zeit, dass auch im Handel die Löhne armutsfest gemacht werden.
Bei Galeria-Kaufhof zeigt sich, dass Lohnverzicht keine Arbeitsplätze und keine Filialen sichert. Von einst 170 Standorten sind noch 90 übrig. Von einst 30.000 Arbeitsplätzen nur noch 12.000. Die Kolleginnen verdienen hier inzwischen bis zu 30% unter dem
Flächentarifvertrag. Jetzt droht die vierte Insolvenz in vier Jahren. Letztlich geht es nur darum die Spekulation mit den Galeria-Kaufhof-Immobilien immer weiter zu treiben. Dieses Spiel sollte beendet werden mit der Überführung von Galerie-Kaufhof samt
Grundstücken und Gebäuden in öffentliches Eigentum unter demokratischer Verwaltung und Kontrolle. Die Kolleginnen und Kollegen sollten in den Streik des Einzelhandels mit einbezogen werden mit dem Ziel ihre Löhne auf den Flächentarif anzuheben und die Arbeitsplätze zu verteidigen.
Die derzeitigen Tarifrunden finden vor dem Hintergrund der härtesten Angriffe von Seiten der Kommunen und der Bundesregierung statt. Alle Sozialleistungen, die sich die Arbeiterbewegung im letzten Jahrhundert erkämpft statt, stehen unter Beschuss. Die Gewerkschaften sind gefordert, dagegen Widerstand aufzubauen. Warnstreiks und Streiks in Tarifkämpfen sollten sich deshalb auch gegen diese Angriffe richten.
Die Linke ist Teil des von ver.di initiierten Bündnisses „Kommunen am Limit“, das für Samstag 18.7. zu einer Demonstration in Stuttgart gegen Sozialkürzungen aufruft. Wir rufen Euch auf, sich an dieser Demonstration zu beteiligen. Lokale Demonstrationen werden jedoch nicht ausreichen, um Nopper, Merz und Co. zu stoppen. Die Gewerkschaften in Deutschland sollten den Beispielen der Gewerkschaften in Belgien, Italien und Portugal folgen, die im Mai und Juni zu Generalstreiks gegen ähnliche Angriffe ihrer Regierungen aufgerufen haben.
Wir wünschen Euch, dass Ihr Eure berechtigte Forderungen voll durchsetzt und die Arbeitgeber in die Knie zwingt. Gerne sind wir bereit Euch aktiv bei Warnstreiks und Streiks zu unterstützen