Klassenkampf aktuell

Aktuelle Meldungen aus der Mai-Ausgabe der Solidarität

Pleitewelle

Im ersten Quartal gab es so viele Firmenpleiten wie seit 2005 nicht mehr. Der Kreditversicherer „Allianz Trade“ prognostiziert für 2026 den höchsten Stand an Insolvenzen, die mehr als 200.000 Arbeitsplätze in Deutschland gefährden.

Auch das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) teilte mit, dass in den ersten drei Monaten in Deutschland 4.573 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften verzeichnet wurden. Die Zahl läge damit höher als im Zuge der Finanzkrise 2009.

Vierte Insolvenz bei Galeria?

Die Lage bei Galeria spitzt sich weiter zu. Nachdem das Unternehmen im März angekündigt hatte, die Mietverträge von acht Standorten neu zu verhandeln, berichtet ver.di von den Anzeichen einer erneuten Krise. So gäbe es Informationen über nicht gezahlte Mieten. In einigen Fällen soll Galeria auch um Stundung gebeten haben. Von der Krise betroffen sind 12.000 Beschäftigte.

Tarifrunde Handel

Für mehr als 5,3 Millionen Beschäftigte im Einzel-, Groß- und Außenhandel beginnen die Tarifrunden. Ver.di geht mit einer einheitlichen Zielgröße in die auf Länder und Bereiche aufgesplitteten Tarifverhandlungen: sieben Prozent mehr bei 12 Monaten Laufzeit. Die Tarifrunden sind erfahrungsgemäß schwierig. Umso wichtiger ist es, angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen und politischen Lage, die Tarifrunden verschiedener Bereiche zu koordinieren. Darüber hinaus muss für die Beschäftigten im Handel Solidarität organisiert werden.

Verluste durch Stellenabbau

Der Stuttgarter Konzern Bosch ist in der Krise: 363 Millionen Euro Verlust nach Steuern – das gab es zuletzt 2009, der letzten weltweiten Rezession. Der Konzern plant allein im Zulieferbereich den Abbau von 22.000 Arbeitsplätzen, zusätzliche auch bei Bosch-Siemens-Hausgeräte (BSH). Für den Abbau der Stellen hat der Konzern 2,7 Milliarden Euro für „sozialverträgliche“ Abfindungen bereitgelegt. Wenn nun noch weitere Stellen abgebaut werden sollen, wird der Konzern auch bei den Abfindungsprogrammen sparen wollen.

Es wird Zeit, dass die IG-Metall-Führung eine Perspektive aufzeigt, um den Kampf für die Verteidigung der Arbeitsplätze und Einkommen zu führen.