CWI-Sommerschule 2026 – ein lebendiges Forum für marxistische Diskussionen und Debatten

Die Sommerschule 2026 des Komitees für eine Arbeiterinternationale (CWI) wurde am Donnerstag, dem 30. Juli, mit einer Plenardiskussion zum Thema „Revolution und Konterrevolution im Zeitalter der kapitalistischen Krise“ eröffnet, die von Tony Saunois, dem CWI-Sekretär, eingeleitet wurde und auf die Bob Labi vom Internationalen Sekretariat antwortete. Die Diskussion setzte sich den ganzen Nachmittag fort und konzentrierte sich auf die weltweiten Perspektiven, mit denen die Arbeiterbewegung in der aktuellen Phase kapitalistischer Instabilität konfrontiert ist.

Die Schule in Berlin brachte rund 180 Genoss*innen und Gäste aus Europa, Nordamerika, Lateinamerika, Westasien, Südasien, Südostasien und Afrika zusammen, wobei die größten Delegationen aus England und Wales sowie aus Deutschland kamen. Zu den vertretenen Ländern gehörten Österreich, Chile, England und Wales, Frankreich, Deutschland, die Niederlande, Rumänien, Indien, Irland, Malaysia, Nigeria, Schottland, Südafrika, Sri Lanka und die Vereinigten Staaten. Ebenfalls anwesend waren Gäste des Socialist Struggle Movement aus Israel/Palästina.

Das Programm am Freitag bestand größtenteils aus Workshops, die ein breites Spektrum politischer, wirtschaftlicher und theoretischer Fragen abdeckten. In den Sitzungen wurden die Krise von Trumps zweiter Amtszeit in den USA, die Rolle der BRICS+ und der Aufstieg neuer Mittelmächte, die sich wandelnde Weltwirtschaft und die Aussichten auf eine kapitalistische Krise sowie die sich verschärfende Krise in Nigeria und die Relevanz der permanenten Revolution beleuchtet. Weitere Diskussionen befassten sich mit der aktuellen Phase des Kampfes für Frauenrechte; Perspektiven für Süd- und Ostasien; Zionismus, dem Bund, dem Staat Israel und der Nakba aus marxistischer Sicht; Entwicklungen in Lateinamerika; Ökosozialismus und Umweltdebatten innerhalb der Linken; Panafrikanismus und Marxismus sowie dem Krieg in der Ukraine und dem Programm, das Marxist*innen verfolgen sollten. In einer theoretischen Sitzung zu Dialektik und Materialismus wurden zudem aktuelle Debatten rund um die Quantentheorie und Slavoj Žižeks neues Buch Quantum History erörtert.

Am Samstag, dem 1. August, kehrte die Schule zu den Plenarsitzungen zurück. Am Vormittag stand der Klassenkampf in Europa im Mittelpunkt, wobei die Genossin Hannah Sell vom Internationalen Sekretariat die Einführung hielt und Niall Mulholland darauf antwortete. Die Plenarsitzung am Nachmittag war der nationalen Frage in Israel/Palästina und dem Programm des CWI gewidmet, mit Beiträgen von Judy Beishon und Niall Mulholland vom Internationalen Sekretariat sowie Gastrednern des Socialist Struggle Movement in Israel/Palästina und Genoss*innen aus mehreren Sektionen, die sich an dieser reichhaltigen Diskussion beteiligten.

Historische, politische und organisatorische Fragen

Die Workshops am Sonntag deckten historische, politische und organisatorische Fragen ab. Zu den Themen gehörten Kuba und die Gefahr einer Konterrevolution; die Europäische Union in einer multipolaren Welt; der Krieg gegen den Iran und seine Auswirkungen auf den Klassenkampf; demokratische Rechte und neue Formen der Repression sowie Bonapartismus; die chinesischen Revolutionen von 1927 und 1949; linker Populismus und Entwicklungen innerhalb der europäischen Linken; die Befreiung der LGBTQ+-Community; Aufstieg des Populismus und der extremen Rechten sowie marxistische Positionen zu Migration; die Folgen künstlicher Intelligenz und der „Big Tech“-Konzerne für den Kapitalismus und die Arbeiter*innenklasse; den Jahrestag des Soweto-Aufstands; Methoden zum Aufbau der revolutionären Partei durch Rekrutierung und Integration sowie den Kampf um die Umgestaltung der Gewerkschaften und gegen die Bürokratie.

Die Schule endete am Montag, dem 3. August, mit einer Plenardiskussion zum Thema „China: Klassencharakter und Perspektiven“, die von CWI-Sekretär Tony Saunois eingeleitet und von Philip Stott vom Internationalen Sekretariat kommentiert wurde. Die Abschlusssitzung war dem Kampf für eine revolutionäre sozialistische Internationale gewidmet, eingeführt von Sean Figg vom Internationalen Sekretariat, und es gab inspirierende Beiträge von Vertretern mehrerer CWI-Sektionen, darunter Deutschland, Malaysia, England und Wales sowie Nigeria.

Insgesamt war die Sommerschule 2026 ein reichhaltiger Ort marxistischer Diskussionen und Debatten, der das politische Verständnis aller Teilnehmer*innen vertiefte und die demokratischen Traditionen des CWI widerspiegelte. Über die Diskussionen der Sommerschule wird nun an alle CWI-Sektionen und -Gruppen berichtet.

Artikel, die auf einer Auswahl der Plenarsitzungen und Workshops basieren, werden auf socialistworld.net sowie teils auch hier übersetzt veröffentlicht.

Deutsche Delegation bei der Sommerschulung 2026