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Meldungen aus der September-Ausgabe der Solidarität

Diebe in Nadelstreifen

Obwohl der Mindestlohn schon wenig ist, betrügen die Unternehmer dennoch. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) geht davon aus, dass dadurch in den letzten zehn Jahren ein gesellschaftlicher Schaden von etwa 64 Milliarden Euro entstanden ist.

Rund 35 Milliarden Euro hätten bei den betrogenen Beschäftigten landen müssen, 22 Milliarden Euro entgingen den Sozialkassen und sieben Milliarden Euro fehlen dem Fiskus. Der DGB kritisiert die zu seltenen Überprüfungen durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS). Statistisch betrachtet, werden die Firmen nur alle 140 Jahre kontrolliert. Dies liegt maßgeblich daran, dass bei der FKS 2.500 Stellen nicht besetzt sind.

Wichtiger, als auf staatliche Behörden zu warten, ist es, in den Firmen Betriebsräte und gewerkschaftliche Strukturen aufzubauen, die kämpferisch die Interessen der abhängig Beschäftigten vertreten und den Kapitalist*innen auf die Finger schauen.

Mehr Superreiche, mehr Arme

Laut Angaben der Boston Consulting Group hat die Zahl der Superreichen, also von Menschen mit mehr als 100 Millionen US-Dollar im Besitz (etwa 86 Millionen Euro), um 1.100 auf 5.000 zugenommen. Diese 5.000 Personen halten zusammen etwa 25 Prozent des Finanzvermögens in Deutschland, wie ein Bericht der „Welt“ bereits im Juni dieses Jahres feststellte.

Zugleich steigt die Zahl der Armen drastisch an: Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes liegt der Anteil der armutsgefährdeten Personen inzwischen bei 16,1 Prozent. Das entspricht 13,3 Millionen Menschen. Im Jahre 2024 lag dieser Wert noch bei 15,5 Prozent. Armutsgefährdet sind Menschen, die weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens beziehen. Der DGB fordert daher zurecht, große Vermögen in Deutschland stärker zu besteuern.

Aber schon Bertolt Brecht wies auf das systemische Problem hin: “Reicher Mann und armer Mann standen da und sahn sich an. Und der Arme sagte bleich: Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich”.