Klassenkampf aktuell

ver.di: Hitzebefragung in Pflege

Eine Befragung der Gewerkschaft ver.di von Beschäftigten aus der Altenpflege dokumentiert, dass die hohen Temperaturen eine große Gefahr für pflegebedürftige Menschen und eine extreme Belastung des Personals darstellen.  „Temperaturen von bis zu 45 Grad in einigen Pflegeheimen sind für Beschäftigte unerträglich und können für Bewohnerinnen und Bewohner lebensgefährlich sein“, erklärte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler.

Die Ergebnisse zeigen außerdem einen deutlichen Zusammenhang zwischen Personalnot, Überlastung und fehlendem Hitzeschutz auf. Nicht nur Pflegekräfte, auch Beschäftigte aus Service, Küche und Verwaltung berichteten von einer extrem hohen Belastung.

Zugrunde liegt eine allgemeine Unterbesetzung. Pflegekräfte müssten immer noch allein in einer Schicht arbeiten, vor allem nachts, und seien teilweise für hundert Bewohner*innen zuständig. 

Tarifabschlüsse im Handel

In Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, NRW und Hamburg gibt es nach mehreren Warnstreiks Tarifabschlüsse. Im Wesentlichen orientieren sich die Abschlüsse am Pilotabschluss aus Bayern. In diesem beträgt die Laufzeit 24 Monate. Es gibt drei Nullmonate, nach denen eine erste Erhöhung 2,9 Prozent ab August beträgt, eine weitere ab Mai nächsten Jahres 2,1 Prozent. Für die Auszubildenden erhöhen sich die Vergütungen ab diesem September um 40, ab September 2027 um 30 Euro pro Monat. 

Von den Forderungen nach sieben Prozent und 150 Euro monatlich mehr für Auszubildende, bei einer Laufzeit von einem Jahr ist das weit entfernt. Mehr noch: Die für dieses Jahr vereinbarte Erhöhung liegt bei 2,175 Prozent, wenn man die Nullmonate einrechnet. Damit bleibt die Steigerung bei ohnehin niedrigen Löhnen und Gehältern unter der Inflationsrate. Diese betrug 2025 schon 2,4 Prozent, aktuell steigt sie tendenziell an (im Juli lag sie bei 2,8 Prozent).