Neue Mitglieder und Unterstützer*innen ermöglichen Gruppengründung
Im brandenburgischen Eberswalde steht die Sol vor der Gründung einer neuen Ortsgruppe. Über Palästina-Solidaritätsarbeit konnten Mitglieder der Linksjugend [‘solid], der Linken und andere Menschen kennengelernt werden, die sich mit den Ideen der Sol auseinandersetzen und an einem Diskussionskreis teilnehmen, der sich seit einigen Monaten trifft. Zusammen mit dem Palästinakreis und der Linksjugend [‘solid]wurde zu einer Kundgebung gegen den Krieg gegen den Iran aufgerufen. Eine Sol-Genossin konnte eine Rede bei der Kundgebung zum Frauenstreik am 9. März halten und in der Stadt wurde zu den Sozialismustagen mobilisiert.
Stine Lühmann und Luca Wulfert sind der Sol im Februar beigetreten. Wir sprachen mit ihnen über ihre Gründe für diesen Schritt und die Aktivitäten zur Bildung einer Ortsgruppe.
Ihr seid vor einigen Wochen in die Sol eingetreten und nehmt am Aufbau einer Gruppe in Eberswalde teil. Was hat Euch an der Sol überzeugt?
Stine: Überzeugt hat mich vor allem das politische Programm, aber auch der Handlungsdrang der Organisation. Es werden genaue Forderungen zu diversen gesellschaftlichen Fragen aufgestellt und diese immer in den sozialistischen Kontext gesetzt. Dadurch ist die politische Arbeit für mich sehr viel greifbarer. Außerdem hilft mir die Sol auch dabei, mehr über sozialistische Theorien zu lernen, um diese dann in der Praxis anzuwenden.
Luca: Die Sol hat mir eine klare Orientierung für meinen politischen Aktivismus in der Linksjugend angeboten. Durch konkrete Forderungen und eine eindeutige klassenkämpferische Haltung ist es wesentlich besser möglich, effektiven und konsequenten Aktivismus zu betreiben. Mein Eindruck ist, dass ich dadurch mithelfen kann, der Linksjugend-Gruppe eine klare Linie zu geben und effektiveren Aktivismus zu betreiben.
Worin seht Ihr für den Aufbau einer sozialistischen Gruppe in einer ostdeutschen Kleinstadt besondere Herausforderungen oder auch Chancen?
Stine: Gerade unter den Studierenden an der Hochschule für Nachhaltigkeit und Entwicklung (HNE) bestehen Anknüpfungspunkte für linke und sozialistische Organisierung.
Abseits der Hochschule ist Eberswalde aber wie viele ostdeutsche Kleinstädte eine Stadt der Arbeiter*innen. Genau dort sehe ich eine wichtige Chance, an den konkreten sozialen und wirtschaftlichen Problemen der Menschen anzusetzen und ihnen eine sozialistische Perspektive näherzubringen.
Luca: Auch in Eberswalde ist die AfD stark. Gegen rechte Strukturen anzukommen, stellt eine große Herausforderung dar. Allerdings ist es möglich, die herrschenden Verhältnisse dafür zu nutzen, eine Klassenperspektive aufzuzeigen. Die Menschen hier fühlen sich nicht einfach nur ignoriert und zurückgelassen, sie sind es. Aufgrund der profitgetriebenen Handlungen der Verantwortlichen nach dem Mauerfall, haben viele Menschen keine Perspektive mehr. Darin liegt auch eine Chance. Es muss den Menschen eine echte sozialistische Alternative angeboten werden, um den Narrativen von rechtsextremen und prokapitalistischen Akteur*innen entgegenzutreten.
Was sind die nächsten Pläne und Ziele?
Stine: Wir planen in Eberswalde ein erstes öffentliches Treffen, um die Sol vorzustellen und mit weiteren interessierten Personen ins Gespräch zu kommen. Außerdem versuchen wir bei jeglichen Demonstrationen, Kundgebungen und Veranstaltungen teilzunehmen und Präsenz zu zeigen. Unser Ziel ist es demnächst offiziell eine Ortsgruppe zu gründen.