Sommer, Sonne, Sozialismus!

Mitglieder der Sol aus Berlin, Mainz, Hamm, Dortmund und Hamburg beim diesjährigen Pfingstcamp der Linksjugend Berlin-Brandenburg

Bericht vom Pfingstcamp der Linksjugend [‘solid] Brandenburg und Berlin

Vom 22. bis zum 25. Mai fand in Brandenburg das Pfingstcamp der Linksjugend [‘solid] Brandenburg und Berlin statt. Aus ganz Deutschland reisten Jugendliche an, um zu debattieren, sich zu vernetzen und sich vom Alltagsstress im Kapitalismus zu erholen. Mit rund 120 Teilnehmenden, größtenteils organisiert in der Linksjugend, teilweise aber auch noch unorganisiert, war das Camp ein Erfolg.

von Jay Ewert, Berlin

Überall auf der Welt erleben wir Krieg und Krise. Jugendliche sehen sich mit einer möglichen kommenden Wehrpflicht, der Klimakatastrophe und einem Gesundheitssystem konfrontiert, das immer weiter kaputtgespart wird. Der Wunsch nach einer bezahlbaren Wohnung scheint für viele kaum noch erreichbar. Das ist ernüchternd. Umso wichtiger sind linke Orte, an denen wir uns austauschen, aktiv werden und Motivation sammeln können, um für eine völlig andere, bessere Welt zu kämpfen.

Diskussionen über Widerstand

Das Wochenende war gefüllt mit einem Bildungsprogramm. Es gab Workshops zu verschiedensten Themen, von der Geschichte der Arbeiter*innenbewegung im 19. Jahrhundert bis hin zu den Lehren aus dem Stalinismus in der DDR. Zwei Sol-Mitglieder boten einen Workshop zu den aktuellen Angriffen der Bundesregierung und möglichen Formen des Widerstands gegen Sozialabbau und Militarisierung an. Dabei wurde über die Rolle der Gewerkschaften, der Linken und auch der Linksjugend als größter sozialistischer Jugendverband Deutschlands diskutiert. Leider war das Programm eher von externen Expert*innen und weniger von Mitgliedern der Linksjugend geprägt. Das führte auch dazu, dass Diskussionen zu anderen aktuellen wichtigen Themen und Fragen, Methoden und Aufgaben im Jugendverband im Hauptprogramm leider weniger Platz hatten.

Daneben gab es jedoch Raum für kurzfristige Angebote. Einige Teilnehmende lasen gemeinsam Texte von Engels oder Lenin, andere diskutierten einen Artikel darüber, warum eine Regierungsbeteiligung der Linken abzulehnen ist.

Vernetzung des linken Flügels

Ein Erfolg war zudem die spontane,
von Sol-Mitgliedern mitorganisierte Diskussionsrunde zur Lage des Verbands und zu der Frage, welche Rolle er künftig einnehmen sollte. Dabei wurde erneut die Notwendigkeit einer Vernetzung des linken Flügels betont und festgehalten, dass diese Zusammenarbeit weitergeführt werden muss.

Sol-Mitglieder brachten sich in die Diskussionen ein, verkauften Bücher und Zeitungen und verteilten einen Flyer mit unseren Vorschlägen für den Jugendverband (siehe QR-Code).

Wir haben uns gefreut, mit so vielen engagierten Genoss*innen des Verbands diskutieren zu können. Glückwunsch zu diesem lebhaften und erfolgreichen Camp!