Meldungen aus der Juli/August Ausgabe der Solidarität
Arme Umwelt
Wissenschaftler der Universitäten Leiden und Oxford haben einer Meldung von web.de vom 24. Juni zufolge die Kosten der Umweltzerstörung, die die reichsten zehn Prozent durch ihre Lebensweise verursachen, auf 1,7 bis 5,7 Billionen Euro summiert.
Dieser enorme Betrag ist das Ergebnis der weit überdurchschnittlichen Zahl von Flügen, des Erwerbens von Fahrzeugen, die eine höhere Menge Sprit verbrauchen, des Besitzes von großen Immobilien usw.
Der Reichtum der oberen zehn Prozent schade vorrangig der Biodiversität und dem Klima, so die Studie.
Deren Urheber fordern eine stärkere Beteiligung von Superreichen an den Kosten des Klimaschutzes.
Welche existenzielle Bedeutung solche Forschungsergebnisse haben, zeigt ein Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom 21. Juni. Demnach gefährdet der Klimawandel durch Austrocknung wichtiger Seen in Italien den traditionellen Reisanbau in Piemont und der Lombardei.
“Arme” Superreiche
Elon Musk und Jeff Bezos haben es nicht leicht, zumindest wenn man ihren Steuererklärungen glaubt: Musk will seit 2019 bei SpaceX jährlich nur etwas mehr als 54.000 US-Dollar verdient haben. Der Amazon-Gründer Jeff Bezos will im Jahr nicht einmal 82.000 US-Dollar erhalten haben.
Die US-Steuerrechtsprofessorin Ray Madoff erklärte vor wenigen Wochen den simplen Trick der US-amerikanischen Superreichen in einem Podcast: Sie nehmen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, horrende Kredite auf. Ihr Besitz dient als Sicherheit. Die Kredite werden immer wieder verlängert. Den Banken gefällt das Spiel, sie erhalten Zinsen.
Das Vermögen von Bezos, Zuckerberg und Co. erscheint als äußerst gering, so fallen kaum Steuern an. Zugleich, so Madoffs Darstellungen, müssten Normalverdiener*innen bis zu 40 Prozent ihres Einkommens an Steuern zahlen.