Meldungen aus der Juli/August Ausgabe der Solidarität
Tarifergebnis bei der Postbank
Nach drei Verhandlungsrunden hatte ver.di bei der Postbank eine Urabstimmung zum Streik eingeleitet. Wenige Tage vor Ablauf der Urabstimmung wurde nach einer vierten Verhandlungsrunde jedoch ein Ergebnis verkündet: Nach drei Nullmonaten soll es eine Erhöhung um 175 Euro ab dem 1. Juli 2026 geben und eine weitere um 2,9 Prozent ab dem 1. Juli 2027, die Laufzeit beträgt 28 Monate. Damit konnte das Ergebnis gegenüber dem letzten Angebot gesteigert werden, liegt aber noch weit hinter der Forderung von acht Prozent, mindestens aber 300 Euro monatlich für eine Laufzeit von 12 Monaten. Die Streikdrohung hatte offensichtlich eine Wirkung, daher hätte man für die Durchsetzung der Forderungen streiken können.
Streiks bei ARD-Sendern
Seit Januar laufen Tarifverhandlungen bei den ARD-Sendern. Die letzten Angebote von WDR, BR, SWR und NDR hatten eine Laufzeit von 35 Monaten mit jährlichen Erhöhungen zwischen einem und zwei Prozent. Ver.di fordert 7 Prozent, mindestens aber 300 Euro monatlich, und hat im Juni mit zeitgleichen Streiks bei den verschiedenen Sendern reagiert. Programme fielen aus. Im ARD-Morgenmagazin wurde die Tagesschau ohne Sprecherin ausgestrahlt.
Streiks im Handel
Weiterhin ruft ver.di zu Warnstreiks im Einzel-, Groß- und Außenhandel auf. Im Juni streikten unter anderem Beschäftigte in mehr als der Hälfte der IKEA-Filialen. IKEA steht wirtschaftlich sehr gut da. 2024 betrug der Gesamtumsatz allein in Deutschland 6,1 Milliarden, es war nach 2023 das zweitstärkste Jahr seit Bestehen des Unternehmens. Ebenso streikten Beschäftigte bei Kaufland, das zur Schwarz-Gruppe gehört und laut ver.di starken Einfluss auf der Arbeitgeberseite hat. Dieter Schwarz ist mit Abstand der reichste Mensch in Deutschland. Für seinen Reichtum haben Zigtausende Beschäftigte gesorgt, die selbst Armutslöhne erhalten.