Protestieren, demonstrieren, streiken gegen den Job-Kahlschlag!
Flyer der Sol
In der Autoindustrie geht es um hunderttausende Arbeitsplätze und Einkommen – und um die Zukunft von Kolleg*innen und ihrer Familien. Es braucht jetzt massiven gewerkschaftlichen Widerstand gegen die Sparprogramme der Bosse.
Nein zum Verzicht!
Es wird gesagt, wenn ihr verzichtet und noch produktiver werdet, werden wir weniger entlassen. Doch Verzicht bringt nichts, wie man am Beispiel von VW jetzt gut erkennen kann: Erst vor zwei Jahren wurde dort eine Verzichtsvereinbarung unterzeichnet und schon kommen die VW-Bosse zurück und wollen weitere 50.000 Arbeitsplätze vernichten (zusätzlich zum bereits beschlossenen Stellenabbau von 50.000 vor zwei Jahren). Deshalb ist der einzige Weg, den Wettlauf nach unten zu beenden, wenn sich die Kolleg*innen nicht gegeneinander ausspielen lassen. Stattdessen braucht es den gemeinsamen Kampf aller gegen den Abbau von Arbeitsplätzen, Arbeitsbedingungen und Lohnkürzungen, egal von welchem Unternehmen oder an welchem Standort, egal in welcher Stadt oder in welchem Land.
Krisenursachen
Die Krise liegt nicht allein in falschen Management-Entscheidungen begründet, wie vielfach dargestellt wird. Konkurrenz und Profitstreben bedeuten, dass weltweit Überkapazitäten aufgebaut werden. Es gibt mehr Fahrzeuge, als sie verkauft werden können. Der Abbau dieser Überkapazitäten findet auf dem Rücken der Beschäftigten statt. Um die Profite gleichzeitig weiter zu steigern oder zu erhalten, werden die Kosten gesenkt. Dabei werden die Beschäftigten gegeneinander in Konkurrenz gesetzt.
Zukunftsplan im Interesse der Arbeiter*innen
Den Top-Managern ist nicht zu trauen. Als Erstes sollte die Offenlegung aller Geschäftsbücher gefordert werden, um zu sehen, wo die ganzen Profite gelandet sind. Gegen geplanten Job-Kahlschlag in den Unternehmen muss außerdem – entgegen der absurden Forderung der Bosse nach Arbeitszeiterhöhung – die Forderung nach einer drastischen Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich aufgestellt werden.
Bosse entlassen, nicht die Beschäftigten
Warum sollten diejenigen, die über Jahre die Werte geschaffen haben, für die weitere Bereicherung von Milliardär*innen ihre Zukunft opfern? Damit muss Schluss sein. Wer massenhaft Arbeitsplätze vernichtet, sollte enteignet werden. Die IG Metall hat das Ziel der Vergesellschaftung der Schlüsselindustrien in ihrer Satzung verankert. Leider wird das von Spitzenfunktionär*innen zurzeit überhaupt nicht angesprochen. Doch genau jetzt wäre die richtige Antwort auf die Forderungen der Bosse: Wer massenhaft Stellen abbauen will, gehört enteignet! Dann müssen die Betriebe in öffentliches Eigentum!
Demokratische Kontrolle und Verwaltung
Kann es danach weitergehen? Ja, und zwar besser! Die Kolleg*innen haben das Know-How, um Pläne für sinnvolle Produkte zu entwickeln und umzusetzen. Anstatt auf die Produktion von todbringenden Panzern, Drohnen und Kampfflugzeugen zu setzen, gäbe es einen riesigen Bedarf für die Verbesserung der Lebensqualität für die Masse der Menschen. Für den öffentlichen Verkehr, klimafreundliche Fahrzeuge, Busse, Straßenbahnen und Züge, durch die Vermeidung von Hitzetoten durch Kühlsysteme und vieles mehr.
Wenn die Betriebe in öffentlichem Eigentum und unter demokratischer Kontrolle und Verwaltung durch die arbeitende Bevölkerung in gewählten Gremien geführt würden, könnte die Zielsetzung eine andere als die der Profitmaximierung sein. Arbeitsbedingungen könnten massiv verbessert und gleichzeitig Produkte hergestellt werden, die im Interesse der Mehrheit der Bevölkerung und klimagerecht wären. Es wäre ein erster Schritt hin zu einer allgemeinen demokratischen Wirtschaftsplanung auf Grundlage einer sozialistischen Demokratie, in der nicht Profite zählen, sondern die Bedürfnisse von Mensch und Umwelt.
Arbeitsniederlegungen!
Für einen konsequenten Kampf gegen den Job-Kahlschlag und auch die Angriffe der Bundesregierung auf Rente, Arbeitszeiten, Lohnfortzahlung u. v. m. können der 21. und 26. September nur ein erster Auftakt sein. Demonstrationen und Aktionen außerhalb der Arbeitszeit reichen nicht! Nötig sind Streiks gegen die Vorhaben von Bossen und Regierung – bis hin zu einem 24h-Generalstreik!
Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie
Im Oktober beginnt die Tarifrunde M&E. Hier wäre es nötig, von Anfang einen kämpferischen Kurs einzuschlagen, um in die Offensive zu kommen! Für den Erhalt von Arbeitsplätzen und für Lohnerhöhungen, um die Folgen der Inflation zu bekämpfen. Dabei sollte es keine weitere Aufsplittung in den Tarifverträgen geben.
Anstatt kurzer verzettelter Warnstreiks sollte schnell zu einem flächendeckenden 24h-Warnstreik mobilisiert werden und dann zu Urabstimmung und Erzwingungsstreik übergegangen werden. Im November, wo die Bundesregierung ihren Horrorkatalog im Bundestag durchbringen will, sollten flächendeckende Streiks mit massenhaften Protesten verbunden werden. Bei VW, wo die Friedenspflicht später endet, sollten mindestens zeitgleich in allen Standorten schichtübergreifende Betriebsversammlungen einberufen werden, die eine ausführliche Diskussion aller Kolleg*innen ermöglicht, auch über mehrere Tage hinweg. Um solche Kampfschritte zu planen, sollten so schnell wie möglich auch konzernübergreifende Vertrauensleute-Konferenzen einberufen werden. Und wenn die Gewerkschaftsspitzen nicht wollen, dann wird es nötig, Initiativen von unten zu ergreifen! So wie 2004 Kolleg*innen bei Opel Bochum den Kampf gegen die angedrohte Schließung von unten organisierten.
Vernetzung von unten
Es gibt erste Ansätze für eine klassenkämpferische Vernetzung, wie die von IG Metall-Vertrauensleuten bei Mercedes, VW und anderen, die sagen: „Wir stellen uns dem geplanten Stellenabbau entgegen und lehnen jede weitere Kürzung ab. Wir engagieren uns in unserer Gewerkschaft und verlangen so bald wie möglich, Demonstrationen gegen die Gier der Bosse, gegen die Regierung und für eine bessere Zukunft zu organisieren. Bis hin zum Streik. Und wenn die Gewerkschaftsspitzen sich zieren, dann machen wir das selbst.“
Wenn du dem zustimmst, melde dich bei uns und trete mit den anderen Kolleg*innen in Kontakt!
Wir fordern:
– Werks- und Konzernübergreifenden Widerstand organisieren: Gewerkschaftliche Aktionskonferenzen und außerordentliche Betriebsversammlungen ohne zeitliche Begrenzung durchführen. Landesweite Proteste, Demonstrationen und Arbeitsniederlegungen organisieren.
– Internationale gewerkschaftliche Solidarität gegen Verzicht und Stellenabbau
– Offenlegung aller Geschäftsbücher
– Arbeitszeitverkürzungen bei vollem Lohnausgleich, statt Abschaffung der 35-Stunden-Woche.
– Konzernbosse, die Stellen abbauen, enteignen. Übernahme in öffentliches Eigentum!
– Demokratische Kontrolle und Verwaltung der Betriebe und der Produktion durch demokratisch gewählte Vertretungen aus Belegschaften, Gewerkschaften und arbeitender Bevölkerung
– Umstellung der Produktion auf gesellschaftlich sinnvolle Produkte wie Busse, Bahnen, Wärmepumpen etc. anstatt Rüstungsproduktion
Unterstützt die Petition der Vertrauensleute für eine kämpferische gewerkschaftliche Gegenwehr gegen die Angriffe von Regierung und den Bossen:
https://www.change.org/p/gegenwehr-jetzt?redirect_reason=guest_user