“Die Bosse wollen Klassenkampf? Können sie haben!”
Im Folgenden spiegeln wir eine Erklärung von kämpferischer IG-Metaller*innen verschiedener VW-Werke
Fast kein Tag vergeht, an dem nicht ein Unternehmen ankündigt, zu entlassen oder auf unsere Kosten ,sparen“ zu müssen. Die Krise ist allgegenwärtig. Und die Bosse wollen uns dafür bezahlen lassen. Trotz teuer bezahlten Zukunftstarifvertrag wollen die Bosse 100 Tausend Stellen abbauen und Werke schließen.
Auch die Regierung tut nichts für uns. Sie will den gesetzlichen 8-Stunden-Tag abschaffen. Wir sollen länger arbeiten für das gleiche Geld, oder sogar für noch weniger. Zusätzlich plant sie die ,,Rente mit 70″. Wir sollen arbeiten, bis wir sterben. Das Bürgergeld wird zur sogenannten ,,Grundsicherung“. Wir sollen also gezwungen sein, auch noch die letzte mies bezahlte Stelle anzutreten, wenn die Bosse unseren Job vernichten.
Das Gesundheitssystem wird kaputtgespart und medizinische Versorgung zunehmend zu einem Privileg für Reiche. Das Geld, was in den Sozialkassen durch die Sparmaßnahmen fehlt, fließt auch in die Aufrüstung. Unsere Jugend soll wieder für die Profite der Konzerne in den Krieg ziehen.
Bessere Politik braucht unseren gewerkschaftlichen und politischen Kampf! Deshalb warten wir nicht, bis uns jemand bittet zu protestieren. Wir fangen damit an! Genau so, wie die Vertrauensleute von Mercedes Untertürkheim! Sich selbst leid zu tun, auf eine vermeintliche, Alternative für Deutschland“ zu hoffen oder Bitten und Betteln bei der Regierung hilft nicht.
– Wir diskutieren wieder stärker politisch mit unseren Kolleg:innen vor Ort im Betrieb. ,,Wer seine Lage erkannt hat, wie soll der aufzuhalten sein?“
– Wir nutzen alle sich uns bietenden Gelegenheiten, um die Bosse und ihre Regierung zu kritisieren. Zukünftig gibt es keine Betriebsversammlung, keine Betriebsratssitzung, keine Gewerkschaftsversammlung ohne politische Diskussion.
– Auch wenn wir zu Beginn wenige sind; wenn wir die Stimme erheben und Haltung zeigen, werden wir mehr werden.
– Sobald wir spüren, dass die Stimmung in unserer Belegschaft reif dafür ist, werden wir im Betrieb und in unserer Stadt Protest organisieren.
– Wir engagieren uns in unserer Gewerkschaft und verlangen so bald wie möglich, Demonstrationen gegen die Gier der Bosse, gegen die Regierung und für eine bessere Zukunft zu organisieren. Bis hin zum Streik. Und wenn die Gewerkschaftsspitzen sich zieren, dann machen wir das selbst.
Wer wir sind:
Wir sind Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Volkswagen-Werken. Wir sind Vertrauensleute, Betriebsräte und Vertrauenskörperleitungen. Vor allem aber sind wir kämpferische IG-Metaller. Wir stellen uns dem geplanten Stellenabbau entgegen und lehnen jede weitere Kürzung ab. Wir haben uns zusammengeschlossen, weil wir nicht zulassen möchten, dass
Volkswagen in die Rüstungsindustrie einsteigt. Wenn der PKW-Markt gesättigt ist, sind wir auch in der Lage, z. B. Fahrzeuge für den ÖPNV herzustellen.
Wir sind überparteilich organisiert. Wir sind entschlossen. Und wir werden uns einmischen. Schließt euch uns an, macht mit!!
Wir fordern Arbeitszeitreduzierung bei vollem Lohn- und Personalausgleich statt Arbeitsplatzreduzierung!
Kein weitere Stellenabbau und keine Lohnkürzungen bei VW!
Wir unterstützen den IG-Metall-Aktionstag am 21.09. und fordern einen entschlossenen Arbeitskampf, bis die Angriffe auf unsere
erkämpften Rechte gestoppt und vollständig zurückgenommen werden. Wir unterstützen ebenso den DGB-Aktionstag am
26.09. und rufen zu betrieblichen Aktionen auf, um den Angriff auf unsere sozialen Rechte abzuwehren. Demonstrationen zeigen unseren Unmut – doch ohne Aktionen in den Betrieben bleiben sie folgenlos.
Veranstaltungshinweis
Betriebsversammlung als Arbeitskampfmittel mit Rechtsanwalt Thomas Berger.
Thomas begleitete eine BV bei BSH Hausgeräte die über 16 Tage dauerte.
Wo: Philipp Scheidemann Haus Kassel
Am: 18.08.2026 um 18:30 Uhr
Veranstalter: Forum Gewerkschaften Kassel, VW Kollegen Kassel