Initiative für eine sozialistische Vernetzung in der Linken legt los!
Die Solidarität sprach mit Sascha Staničić (Bundessprecher der Sol) und Nina Bömelburg (ehemalige Spitzenkandidatin der Linken Rheinland-Pfalz). Beide sind Mitinitiator*innen der Initiative für eine sozialistische Vernetzung in der Linken.
Zusammen mit anderen habt ihr die Initiative für eine sozialistische Vernetzung in der Linken gestartet. Was ist euer Ziel?
Sascha: Die Linke hat Chance und Verantwortung, eine sozialistische Massenpartei zu schaffen. Dazu muss sie konsequente sozialistische und klassenkämpferische Positionen vertreten und darf sich nicht an das bestehende pro-kapitalistische Establishment im Namen der „Verteidigung der Demokratie“ anpassen. Wir wollen einen Beitrag leisten, dass Die Linke rebellisch und glaubwürdig wird.
Nina: Ziel ist es, Genoss*innen mit klarem Klassenbewusstsein zu vernetzen, ihre Kämpfe in Betrieben, Bewegungen und Kreisverbänden zusammenzubringen und daraus eine organisierte Kraft für stabile Klassenpolitik in der Partei zu machen.
Warum jetzt?
Nina: Die Linke hat gerade enormen Zulauf an jungen, oft klar sozialistisch geprägten Neumitgliedern. Gleichzeitig verschiebt sich die Partei inhaltlich nach links, sichtbar auch auf dem letzten Bundesparteitag. Doch viele Neumitglieder sind frustriert, weil sie sich mehr inhaltliche Auseinandersetzung und eine deutlich klassenbewusstere Positionierung der Partei wünschen.
Sascha: Wir erleben, dass zum Beispiel das Abstimmungsverhalten der Linke-Vertreter*innen im Bundesrat unter vielen neuen Mitgliedern zu Frust und Enttäuschung führt. Unsere Vernetzung kann auch ein Mittel sein, um Rückzüge und Austritte zu verhindern.
Was muss sich an der Linken ändern, um sozialistische Klassenpartei zu werden?
Sascha: Sie muss die lohnabhängig Beschäftigten erreichen und viel mehr von diesen organisieren. Das wird nur möglich sein, wenn die Partei nicht mehr als etwas radikalere Version von SPD und Grünen wahrgenommen wird und ihre Eigenständigkeit klar betont. Dazu gehört, dass sie die Mitverwaltung des kapitalistischen Elends in pro-kapitalistischen Regierungen beendet und ihren Fokus auf Klassenkampf und Protest legt.
Nina: Wir wollen nicht das geringere Übel, sondern gar kein Übel! Das müssen wir konsequent und deutlich vertreten. Ehrlichkeit und Transparenz gegenüber der eigenen Klasse sind für mich die Grundvoraussetzung, um Hoffnung zu organisieren, anstatt sie nur zu schüren und letztendlich zu enttäuschen.
Was sind die nächsten Schritte zur Gründung der sozialistischen Vernetzung?
Nina: Der nächste große Schritt ist unsere Konferenz am 21. und 22. November in Kassel. Dort gründen wir uns offiziell. Es wird Workshops und Podien zu verschiedenen Themen geben.
Sascha: Bis dahin werden wir mit anderen Kräften der Parteilinken ins Gespräch kommen, denn wir wollen keine Konkurrenz zum Beispiel zur AKL sein – viele von uns sind ja in der AKL. Wir denken aber, dass unser Angebot für neue und junge Mitglieder attraktiver ist. Besonders erfreulich ist, dass sich erste lokale Vernetzungen bilden, die sich der bundesweiten Initiative teils schon zugehörig fühlen, teils werden wir das hoffentlich noch erreichen.
Hier geht es zur Website der Sozialistischen Vernetzung: https://www.sozialistischevernetzung.de/