Argumente gegen die AfD aus Sicht der Jugend
In den letzten Jahren konnte die AfD zunehmend an Zustimmung gewinnen – auch unter Jugendlichen. Dies begegnet uns immer häufiger im direkten Umfeld, in der Schule, im Ausbildungsbetrieb oder an der Uni, wo wir auf Mitschüler*innen und Kommiliton*innen treffen, die mit der AfD sympathisieren.
von Maria Loettgers, Köln
In Rheinland-Pfalz holte die AfD rund zwanzig Prozent der Stimmen der unter 25-Jährigen. Gleichzeitig ging dieser ‘Erfolg’ mit einer deutlichen Abfuhr der etablierten Parteien einher. Kein Wunder: Die Politik dieser Parteien verschlechtert gerade für Jugendliche und Lohnabhängige die Lebensbedingungen. Immer mehr Menschen verlieren in unserem Umfeld ihre Arbeit, während wir selbst um unsere Zukunft bangen. Die aktuellen Wahlergebnisse und Prognosen der AfD sind auch eine Ablehnung gegenüber „denen da oben“ und einem „weiter wie bisher“.
AfD macht keine Politik für uns!
Für viele Studierende und Auszubildende ist aufgrund der hohen Mieten, insbesondere in Großstädten, die Ausbildung zum Armutsrisiko geworden. Die AfD ist gegen die ohnehin lahme Mietpreisbremse, was unweigerlich massive Mietpreiserhöhungen bedeutet. Viele müssen heute schon neben dem Studium arbeiten, um die Miete und die steigenden Lebenshaltungskosten zu decken. Die AfD stellt sich gegen eine drastische Erhöhung des Mindestlohns, was in Anbetracht der Inflation eigentlich dringend notwendig wäre. Sie fordert unter anderem auch die Senkung der Einkommenssteuer und die Abschaffung der Gewerbesteuer – davon profitieren Spitzenverdiener*innen und Unternehmen, während für Kommunen wichtige Einnahmequellen wegfallen. Das führt unweigerlich zu Kürzungen bei Schulen, Unis, und Jugendangeboten. Schulen sollen noch mehr Druck machen und aussieben: “Wir brauchen mehr Differenzierung nach Leistung, nicht weniger” (AfD-Abgeordneter im Bundestag). Nicht zuletzt schürt sie Rassismus, Sexismus und Queerfeindlichkeit in der Gesellschaft und gefährdet damit aktiv Mitschüler*innen und Kommiliton*innen von uns, die in den vergangenen Jahren zunehmend Anfeindungen und Gewalt ausgesetzt sind.
Gemeinsam kämpfen!
Um den weiteren Aufstieg der AfD zu verhindern, müssen wir die Ursachen ihres Wachstums bekämpfen – etwa durch den konkreten Kampf gegen Kürzungen. Wir können dort beginnen, wo sie uns direkt treffen: an unseren Schulen, Unis und in unseren Nachbarschaften. Und damit im gleichen Zuge zeigen, dass uns im Kampf gegen Kürzungen, Queerfeindlichkeit, gegen die Wehrpflicht oder Betriebsschließungen, mehr eint als trennt – unabhängig von Geschlecht, Herkunft, oder Sexualität.