Internationales Jugendtreffen gegen Krieg

Bericht von Mitgliedern der Socialist Students

Am 14. Juni nahmen Mitglieder der „Socialist Students“ (Organisation von Studierenden in England und Wales in der Mitglieder der Socialist Party England und Wales, der Schwesterorganisation der Sol, aktiv sind – Anm. d. Übers.) an einer Jugend- und Studierenden-Antikriegsversammlung in Köln teil. Zwölf Organisationen aus acht Ländern aus ganz Europa nahmen daran teil, darunter sozialistische Jugendorganisationen, Klimagerechtigkeitsgruppen und anarchistische Studierendengewerkschaften.

Von Beccay Bayman, Delegierte und Mitglied der Socialist Students Liverpool

Die Initiative begann in Solidarität mit Jugendkampagnen gegen die Wehrpflicht in Deutschland. Da der Widerstand gegen die Militarisierung auf dem gesamten Kontinent gewachsen ist, weitete sich die Diskussion darauf aus, wie junge Menschen und Studierende eine koordinierte europäische Bewegung gegen Krieg, Militarismus und Sparpolitik aufbauen können.

Unsere Einladung zur Versammlung spiegelte die Arbeit wider, die die Socialist Students in Großbritannien geleistet haben. Wir konnten auf Erfahrungen aus den Studierenden-Walkouts (Protest von Schüler*innen oder Studierenden indem während dem Unterricht der Raum verlassen wird – Anm. d. Übers.) gegen den Besuch von Donald Trump im vergangenen September sowie auf lokale Kampagnen zurückgreifen, um zu den Diskussionen darüber beizutragen, wie sich die Jugend effektiv organisieren kann.

Die Dringlichkeit, eine Antikriegsbewegung aufzubauen, war während des gesamten Treffens deutlich. Im vergangenen Jahr hat die britische Regierung 66 Milliarden Pfund für die Verteidigung ausgegeben, während der Druck der kapitalistischen Klasse auf die Labour-Regierung weiter steigt, die Militärausgaben noch weiter zu erhöhen. In ganz Europa bereiten sich Regierungen auf eine neue Ära der Militarisierung vor. Die Europäische Union hat die Schuldenbeschränkungen für Militärausgaben aufgehoben, während sie die Mitgliedstaaten ermutigt, der Arbeiter*innenklasse Sparmaßnahmen aufzuerlegen, um die Rechnung zu bezahlen.

Genoss*innen der Socialist Students argumentierten, dass der Widerstand gegen diese Politik bereits beginnt und dass es unsere Aufgabe ist, diesen Abwehrkampf zu stärken und auszuweiten. Junge Menschen sind mit Angriffen auf Bildung, Wohnraum und Lebensstandard konfrontiert, während die Regierung uns sagt, dass für den Krieg immer Geld vorhanden sei. Daher betonten wir die Notwendigkeit, den Kampf gegen den Militarismus auf jeder Ebene mit dem Kampf gegen den Kapitalismus zu verbinden.

Die Socialist Students haben den Slogan „Fight for Our Futures, Not Their Wars“ (Kämpft für unsere Zukunft, nicht für ihre Kriege) vorgeschlagen, der von der Versammlung angenommen wurde. Der Slogan bietet ein gemeinsames Banner, unter dem sich Jugendbewegungen in ganz Europa vereinen können, während er es Organisationen in verschiedenen Ländern ermöglicht, den Kampf gegen Krieg und Militarisierung mit den Problemen zu verbinden, mit denen Studierende und junge Menschen vor Ort konfrontiert sind.

Um das Wachstum der Bewegung zu unterstützen, vereinbarte die Versammlung eine föderale Struktur. Neue Organisationen werden sich auf der Grundlage der Zustimmung zu den Kernprinzipien anschließen können, die im Manifest der Versammlung festgelegt sind, welches die politischen Ziele und gemeinsamen Positionen der teilnehmenden Gruppen umreißt.

Jugendstreik

Ein schriftlicher Beitrag der deutschen Jugendorganisation „Die Falken“ wird veröffentlicht, der die während des Treffens diskutierten Änderungen enthält und die Grundlage für weitere Debatten und Diskussionen unter den teilnehmenden Organisationen bilden wird. Es wurden auch Arbeitsgruppen eingerichtet, um die Kampagnen-, Kommunikations- und Mobilisierungsarbeit zu koordinieren, wobei für die kommenden Monate regelmäßige Online-Treffen geplant sind.

Während der gesamten Versammlung argumentierten die Genoss*innen von Socialist Students für die Notwendigkeit eines klaren Programms gegen Krieg und Militarismus. Der Widerstand gegen den Krieg kann nicht vom Bericht von Mitgliedern der Socialist Students Widerstand gegen das kapitalistische System getrennt werden. Daher werden wir weiterhin den Kampf gegen die Militarisierung mit der Arbeiter*innenbewegung verbinden und dafür kämpfen, Verbindungen zwischen jungen Menschen und Arbeiter*innen in ganz Europa aufzubauen.

Wir treten in eine Phase tiefer internationaler Instabilität ein. Während die Regierungen weiterhin Austerität durchsetzen und die Militarisierung vorantreiben, stellt die Zusammenarbeit zwischen Jugend- und Studierendenorganisationen in ganz Europa einen wichtigen Schritt nach vorne dar. Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, sind international, und der Kampf gegen den Kapitalismus muss ebenfalls international sein.

Bis zum Ende der Versammlung einigten sich alle teilnehmenden Organisationen auf das Ziel, auf einen europaweiten Jugendstreik am 20. November hinzuarbeiten. Dieser Vorschlag wird nun in jeder angeschlossenen Organisation diskutiert, während die Vorbereitungen beginnen.