Gegen Krieg und Kapitalismus

Karl Liebknecht spricht im Berliner Tiergarten, Dezember 1918 Bundesarchiv, B 145 Bild-P046271 / Weinrother, Carl / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

Karl Liebknecht und die sozialistische Jugendinternationale

Wir erleben Militarisierung und Aufrüstung in Deutschland, Europa, den USA, Russland, China und weiteren kapitalistischen Staaten. Das geht mit Kürzungen bei Bildungs-, Gesundheits- und Sozialsystemen sowie „Kriegstüchtigkeit“ einher und führt zu mehr Blutvergießen. Es gilt, Kräfte aufzubauen, die dem entgegentreten können.

von Jan Pfeiffer, Mainz

Militarisierung ist kein neues Phänomen. Gegen sie wurde in der Vergangenheit gekämpft, und aus diesen Kämpfen und Analysen können wir lernen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts formierten sich antimilitaristische Kräfte, die gegen die kapitalistische Kriegsdynamik und für eine sozialistische Veränderung eintraten. Eine der prominenteren Personen in dieser Zeit war Karl Liebknecht, der mit seinen Analysen zum Militarismus einen entscheidenden Einfluss auf diese Kräfte hatte und in der damaligen Massenarbeiter*innenpartei SPD für eine spezifisch antimilitaristische Politik, u.a. der sozialistischen Jugendorganisationen, eintrat.

Thesen gegen den Militarismus

Der Militarismus ist nach Liebknecht „das stärkste Bollwerk“ des Kapitalismus zur Aufrechterhaltung seiner Herrschaft gegen die Masse der arbeitenden Bevölkerung. Deshalb kann ein Vorgehen gegen den Militarismus immer nur in Verbindung mit dem Vorgehen gegen den Kapitalismus stattfinden.

Die Kosten der Rüstung und der Fixierung von Menschen im arbeitsfähigen Alter in der Armee wollen die Banken und Konzerne allerdings nicht selbst tragen, sondern wälzen diese auf die arbeitende Bevölkerung ab.

Anfang des 20. Jahrhunderts waren Wehrpflichtige kaserniert und dort von Soldatenmisshandlungen bedroht. Die pro-kapitalistischen Parteien hatten eigene Jugendorganisationen, die die Jugend auf Krieg und das Schlagen vorbereiteten – gegen den „äußeren Feind“, andere kapitalistische Staaten, sowie gegen den „inneren Feind“, ihre eigenen Brüder, Schwestern, Eltern und Arbeitskolleg*innen bei Streiks und Protesten. Letztendlich führten die sich zuspitzenden Interessengegensätze zwischen den kapitalistischen Staaten zum 1. Weltkrieg.

Die Sozialistische Jugendinternationale

1907 wurden auf der „Ersten Internationalen Konferenz der Sozialistischen Jugendorganisationen“ Grundsätze für den Antimilitarismus beschlossen. Zu diesen Grundsätzen gehörten die Zermürbung und Zersetzung des militaristischen Geistes zur Beschleunigung der Zersetzung des Militarismus, Aufklärung des Proletariats über das Wesen des Kapitalismus, des Militarismus und seiner besonderen Funktionen innerhalb des Kapitalismus, Einstehen für die Besserstellung der Soldaten…

In der heutigen Weltlage zeigt sich die Notwendigkeit neuer internationalistischer und sozialistischer Kampagnen gegen Krieg und Kapitalismus deutlich. Aktive in Linksjugend [‘solid], Die Linke und Gewerkschaften sollten sich dafür einsetzen und die Ideen von Liebknecht und Co. wieder verbreiten. 

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